Sankalpa Shakti

Die Kraft der Entschlossenheit

Ein Thema, das gut zu den Affirmationen passt. Sankalpa Shakti ist eine Bezeichnung aus dem Sanskrit, der alten indischen Sprache. So bedeutet

Sankalpa → Gedanke; Wunsch; Vorsatz; Wille, Entschluss – aus dem Herzen                       oder dem Verstand

Shakti → zu Ehren Shaktis, der Göttin des Lebensenergie; Stärke; Kraft

Dabei entsteht durch Gewissheit und Wille (Sankalpa) die Selbstverwirklichung und aus der Hingabe an Shakti das Vertrauen und die Entschlossenheit die Selbstverwirklichung auch zu erreichen. Das kennst du vielleicht auch aus der Bibel: Dein Wille geschehe. Du entscheidest dich deinen Lebensweg zu gehen, mit allem, was du hast bzw. kannst und vertraust dann auf Gott, die höhere Kraft, das Universum oder wie auch immer du es nennen möchtest.

Swami Rama sagte so schön:

I will do it
I can do it
I have to do it
I am going to do it

Es entsteht der Wunsch einen Weg zu gehen, ein Ziel zu erreichen. Du weißt, dass du diesen Weg gehen kannst. Und es ist dir ganz wichtig, genau diesen Weg zu gehen. Dann vertraust du darauf, gehst und erfährst Unterstützung. Oft, wie durch ein Wunder, erreichst du dein Ziel.

Wie findest du dein Sankalpa?

Es geht dabei weniger um Wunscherfüllung im Sinne „ich will ein großes Auto“ oder „ich will meinen Traummann finden“, sondern um deine Bestimmung. Darum, warum du auf der Erde bist, wofür du brennst. In vielen Religionen geht man ja davon aus, dass man mit einer bestimmten Absicht auf diese Erde gekommen ist und so eine Aufgabe zu erfüllen hat.

Du entdeckst dein Sankalpa in der Ruhe, in der Meditation, im Yoga nidra. In der Meditation oder der tiefen Entspannung ist dein Gehirn in einem anderen Bewusstseinszustand. Es arbeitet mit einer anderen Frequenz (Gamma und Delta Hirnwellen). Dadurch tritt das vordergründige Denken deines Egos in den Hintergrund. So kommst du in die Situation endlich deine innere Stimme hören zu können. Du hörst hin. Dein Herz wird es dir sagen. Dein Herz weiß immer genau, welches dein Weg ist. Alles ist bereits da und braucht nur gehört zu werden. Lass dir also genug Zeit.

In der Buddha-Meditation gibt es die Frage an das Herz: Mein Herz, mein liebes Herz, wie geht es dir heute? Was brauchst du heute? Was ist meine Bestimmung? In der Stille wiederholst du deine Fragen so lange, bis du die Antwort wahr nimmst. Das kann in Form eines Satzes sein oder aber auch einfach nur ein Gefühl. Du wirst es auf jeden Fall erkennen.

Das Ergebnis ist: So Ham. Du erinnerst dich an meine Vollmondmeditationen? Da habe ich es kurz erklärt. So Ham heißt so viel wie „ich bin“ „ich bin ich“ ich bin das“ „das bin ich“. So fühlt sich deine Lebensaufgabe an.

Hast du deinen Herzenswunsch gefunden, dann ist es besonders wirksam, du schreibst ihn auf. Vielleicht liest du sie immer wieder durch oder hängst den Zettel neben deinen Spiegel. Kurz, prägnant und in der Gegenwart sollte er formuliert sein. Du erinnerst dich an die Affirmationen? Sie werden so aufgesagt, als wären sie bereits wahr geworden. Damit setzt du ein Samenkorn.

Hier gebe ich dir ein kleines Beispiel nach einer Affirmation von Gertrud Hirschi zum Shakti Mudra. Die Affirmation lautet

Ruhe, Harmonie und tiefster Frieden erfüllen mein ganzes Wesen

Die Affirmation sollte immer in der Gegenwartsform sein und positiv formuliert.

Und wenn du noch einmal das Zitat von Swami Rama anschaust, kannst du mit dieser Affirmation den Weg des Sankalpa Shakti anschauen:

ich will es ich will, dass Ruhe, Harmonie und tiefster Frieden mein ganzes Wesen erfüllt

ich kann es ich weiß, dass ich Ruhe, Harmonie und tiefsten Frieden in mein Leben bringen kann

ich muss es mir ist es wichtig, dass Ruhe, Harmonie und tiefster Frieden mein ganzes Wesen erfüllt

ich tue es mein Wesen ist erfüllt von Ruhe, Harmonie und tiefstem Frieden

Wenn du so auf diese Weise dein Sankalpa gefunden hast, kannst du es für dich nutzen.

Die Anwendung

Vor und nach jeder Meditation sprichst du dein Sankalpa (Das ist dann der letzte Satz im Beispiel von Swami Rama). Entweder laut oder in Gedanken. Mehrmals hintereinander. Es ist, als würdest du dein Samenkorn hegen und pflegen und irgendwann, wenn die Zeit reif ist, beginnt es zu wachsen.

Alles arbeitet in deinem Unterbewusstsein. Es werden dir Gelegenheiten, Umstände, Menschen oder Dinge begegnen, die genau dazu da sind, dich auf deinen Weg zu bringen und dein Ziel zu erreichen. Das geschieht allerdings nicht in der Passivität. Du wirst deinen Teil dazu beitragen müssen. Wie oben schon erwähnt: Du entscheidest dich deinen Lebensweg zu gehen, mit allem, was du hast bzw. kannst. Da es dein Herzenswunsch ist und du ihn immer weiter pflegst, wird dir deine Aufgabe Freude bereiten.

Erst wenn dein Sankalpa in Erfüllung gegangen ist, ist die Übung beendet und du kannst ein neues Sankalpa setzen.

Die Mudra

Eine Mudra ist eine Fingerhaltung im Yoga. Übersetzt bedeutet es „Siegel“. Mit der Mudra besiegelst du in diesem Fall dein Sankalpa mit dem Shakti Mudra. Shakti verstärkt dein Vorhaben. Gibt dir Kraft und Energie.

Im Buch „MUDRAS – Yoga mit dem kleinen Finger“ von Gertrud Hirschi ist diese Mudra sehr schön beschrieben:

  • Zeige- und Mittelfinger umfassen jeweils Daumen

  • die Ringfinger berühren sich an den Spitzen

  • ebenso die kleinen Finger

  • Ringfinger und kleine Finger zeigen nach unten

Ring- und kleiner Finger entsprechen den Elementen Erde und Wasser und somit dem Wurzelchakra sowie dem Sakralchakra. Diese Mudra erdet und bringt Kraft aus der Erde in den Körper. Die Energie fließt nach oben. Du wirst vielleicht beobachten, wie sich allmählich dein Atem vertieft und du dich entspannst. Gemäß der Affirmation: Ruhe, Harmonie und tiefster Frieden erfüllen mein ganzes Wesen.

Diese Mudra kannst du 3x täglich für 12 Minuten wiederholen oder so oft, wie du es für nötig hältst.

Du erinnerst dich: mit der Hingabe an Shakti geschieht Gottes Wille (dein Wille geschehe). Die kosmische Intelligenz arbeitet für dich. Du vertraust einfach dem Universum und alles wird sich fügen.

In diesem Sinne: so ham – ich bin (ich)

Namasté

deine Gaby

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